#Ge·no·zid·blogger e.V.
25 Jun 2017

Text: Corinna

#Ethnische Säuberung – ein menschenverachtender Euphemismus

Das Wort Völkermord oder „Genozid“ ist ein höchst umstrittenes Wort. Warum? Es ist mehr als nur ein Begriff oder ein Werkzeug für historische, politische oder moralische Analysen. Vielmehr birgt es legale Konsequenzen und wird daher wie die Büchse der Pandora behandelt. Um sich dieser legalen Konsequenzen zu entledigen, wird nicht selten der Begriff Ethnische Säuberung genutzt, was wiederum ein menschenverachtender Euphemismus ist. Man nutzt ihn, um von systematischem Massenmord zu sprechen, ohne das Wort „Völkermord“ benutzen zu müssen. „Ethnische Säuberung“ kommt zwar in einigen UN-Dokumenten und in der Wissenschaft vor, hat aber weder eine klare und formale Definition noch einen legalen Status.

KZ Sachsenhausen

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31 Mrz 2017

Text: Corinna

April ist der Genocide Awareness and Prevention Month – in diesem Monat soll die Aufmerksamkeit für das Thema Völkermord und dessen Prävention gesteigert werden.

Aber warum ausgerechnet der April? Traurigerweise häufen sich die Jahrestage für viele Genozide genau in diesem Monat: Ruanda (06/04/1994), Armenien (24/04/1915), Kambodscha (17/04/1975), Bosnien (04/1992), Darfur (04/2003) sowie die Judendiskriminierung (04/1933), welche im Holocaust mündete.

Armenian Genocide MemorialFoto: z@doune/www.flickr.com/Creative Commons

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21 Mrz 2017

Text: Pia

#Basis für Massengewalt

Einem Völkermord, als perversen Höhepunkt eines teilweise langen gesellschaftlichen und politischen Prozesses, geht immer die Entmenschlichung und Herabwürdigung einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe voraus. Nicht nur in Zeiten des Kolonialismus, auch in den darauffolgenden Jahrzehnten bis hin zur Moderne bildet Rassismus die Basis für Massengewalt und (kulturellen) Völkermord.

Foto: creative commons

Den Begriff Rassismus hat sicherlich jede*r schon einmal gehört, vielleicht wurde dem einen oder der anderen schon mal rassistisches Verhalten vorgeworfen, vielleicht wurden einige von Euch auch schon Opfer rassistischer Gewalt. Doch was genau ist Rassismus eigentlich? Wie kann man ihn erkennen?

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16 Jan 2017

Text: Corinna in Kooperation mit Survival International

#Kultureller Völkermord

Das wissenschaftliche Verständnis von Völkermord beruht zumeist auf dem Holocaust-Modell: Massenmord, Konzentrationslager sowie die sofortige und gewaltsame Zerstörung der Opfergruppe. Doch es gibt auch eine Art von Völkermord, die über Jahrzehnte oder sogar Generationen andauert. Die Rede ist von kulturellem Völkermord. Hierbei werden die Opfer ganz langsam und scheinbar unmerklich ausgelöscht, indem ihre Lebensgrundlage zerstört, die Ausübung ihrer Kultur, Sprache und Religion verboten wird und indem sie der Möglichkeit beraubt werden, sich selbst zu ernähren und zu verwalten.1

Foto: Survival International / verhungernde Aché-Indigene, kurz nachdem sie gefangen genommen und aus dem Wald in das ‚Reservat‘ gebracht wurden, Paraguay 1972

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9 Jan 2017

­­Text: Corinna

#Situation coloniale

In der Wissenschaft, besonders im Bereich der „Genocide studies“, wird intensiv darüber diskutiert, ob die Verbrechen, die im Zuge des Kolonialismus vor allem in Afrika begangen wurden, unter den Begriff des Völkermords fallen. Gezeichnet wurde die „Situation coloniale“ vor allem durch Massaker, Deportationen, Unterdrückung, Zwangsarbeit, Zerstörung des Bodens, der Lebensgrundlage und kultureller sowie sozialer Einrichtungen indigener Völker Afrikas. Die gewaltsamen Verbrechen an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika sowie an den Aborigines in Australien und den Ureinwohnern in Nordamerika werden zumeist als Völkermord eingestuft.[1]

Bild: creative commons https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/43/Africa1898.png

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5 Dez 2016

Text: Corinna

#Was sind Menschenrechte?

Menschenrechte sind Rechte, die jeder Mensch besitzt. Jede Person, egal wo sie lebt, wie alt sie ist, welchem Geschlecht, welcher Rasse, Ethnie, Religion, politischer Anschauung oder sexuellen Orientierung sie angehört, hat dieselben grundlegenden Menschenrechte, denn sie sind die Grundlage für ein Leben in Würde.

MenschenrechteFoto: Christopher Michel/www.flickr.com/Creative Commons

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7 Nov 2016

Text: Corinna

#Weltrechtsprinzip

In dem Artikel #Verleugnung – der letzte Akt eines Völkermords schreibe ich, dass es wichtig ist, dass Völkermord bestraft wird. Aber wer ist für die Bestrafung verantwortlich?

Da der Staat meist der Täter eines Genozids ist, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er gegen sich selbst strafrechtlich vorgeht. In diesem Fall kommt das sogenannte Weltrechtsprinzip zum tragen. Danach können Völkerrechtsverbrechen wie z.B. Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen oder auch Folter von allen Staaten dieser Welt verfolgt werden.

JustiziaFoto: www.pixabay.com/Creative Commons

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24 Okt 2016

Text: Corinna

#Völkermord-Verleugnung

etwas verleugnen = sich nicht zu jemandem oder etwas bekennen, sondern sich energisch davon distanzieren (Definition: Duden)

Auf jeden Völkermord folgt erst einmal die Verleugnung. Die Täter versuchen, alle Spuren zu verwischen und sich der Verantwortung zu entziehen. Vernichtungsstätten und Aufzeichnungen werden zerstört, Massengräber zugeschüttet und versteckt. Man versucht, die Leichen diskret zu entsorgen und schüchtert Augenzeugen ein.

KZ Sachsenhausen

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24 Jul 2016

Text: Corinna

#Ghetto Theresienstadt

Im März 1939 erklärte Adolf Hitler das Gebiet der Rest-Tschechei zum Reichsprotektorat Böhmen und Mähren als Bestandteil des Großdeutschen Reichs. Zur Lösung der Judenfrage funktionierten die Nazis im November 1941 die Garnisonstadt Theresienstadt zu einem Sammel- und Durchgangslager um. Dieses Lager sollte vor allem vier Funktionen erfüllen:

# Gestapo-Gefängnis (Kleine Festung)

# Sammel- und Durchgangslager (Große Festung)

# Judenvernichtung

# Vorzeigelager für die NS-Propaganda

Theresienstadt

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11 Jul 2016

Text: Corinna

#Modelllager
Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 auf Befehl von Heinrich Himmler in Oranienburg (Brandenburg) erbaut. Entworfen wurde das KZ von dem SS-Architekten Bernhard Kupier und sollte als idealtypisches KZ den Prototyp eines „modernen, vollkommen neuzeitlichen und jederzeit erweiterungsfähigen Konzentrationslagers“ (H. Himmler) darstellen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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