#Ge·no·zid·blogger e.V.
20 Jun 2016

Text: Corinna

#Ethnische Säuberung

Der Begriff „Ethnische Säuberung“ wurde im Zusammenhang mit dem Krieg und Zerfall von Jugoslawien in den 1990’er Jahren geprägt.

Ethnische Säuberung bezieht sich meist auf eine geografische Region mit dem Ziel, eine bestimmte Gruppe aus dieser Region gewaltsam zu entfernen oder diese Gruppe zu zerstören. Die beiden Begriffe „Ethnische Säuberung“ und „Genozid“ sind überlappend und nicht ganz klar abtrennbar, da die angewandte Gewalt und Maßnahmen dieselben sind.

Waschstelle KZ SachsenhausenFoto: Thomas Matthias

#Instrumente

Die Instrumente der Ethnischen Säuberung sind unter anderem Massenmord, Terror gegen unbewaffnete Zivilisten, Hungersnot, Krankheiten und Massenvergewaltigungen. Das Ziel ist es, die Gruppe und all ihre Hinterlassenschaften aus der Region zu vertreiben und es der Gruppe gleichzeitig unmöglich zu machen, sich in dieser Region erneut niederzulassen und zu reproduzieren.

#Motiv

Das Hauptmotiv der Ethnischen Säuberung ist – im Gegensatz zum Genozid – nicht primär die Zerstörung der Gruppe, sondern das Territorium. Die Theorie meint, wenn das Gelände ausgetauscht wurde (d.h. die Opfergruppe flieht), stoppt auch das Morden und der Terror, denn es besteht kein Grund mehr, die Gruppe zerstören zu wollen bzw. zu müssen. Allerdings entwickelt sich aus einer Ethnischen Säuberung oft ein Genozid, entsprechend können beide Begriffe nicht komplett voneinander getrennt betrachtet werden.[1]

Quelle:
Spencer, P. (2012) Genocide since 1945 – Making of the Contemporary World. London and New York: Routledge.
[1] Spencer (2012) S. 11- 12

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