#Ge·no·zid·blogger e.V.
30 Mrz 2015

#Emergency Sex (And Other Desperate Measures): True Stories from a War Zone

von Andrew Thompson, Heidi Postlewaite und Kenneth Cain

„Wenn ein UN-Blauhelmsoldat in deiner Stadt oder in deinem Dorf auftaucht und dir anbietet, dich zu beschützen, lauf´. Oder besorg´ dir Waffen. Dein Leben ist so viel weniger Wert als das ihre.“1

Emergency Sex

Emergency Sex, erschienen 2004, sorgte für weltweite Schlagzeilen als Enthüllungsbuch über die UN. Die drei Autoren, Andrew Thompson, Heidi Postlewaite und Kenneth Cain,verpflichten sich Anfang der 1990’er Jahre aus verschiedenen Gründen an den damaligen UN-Friedensmissionen teilzunehmen. Sie suchten nach dem Sinn des Lebens in den Kriegsgebieten der Welt und wurden Freunde fürs Leben. Ihre Geschichten, nacherzählt aus Erinnerungen, Tagebucheinträgen und Briefen, handeln von Korruption, Inkompetenz, Sex und Drogenmissbrauch, aber auch von Leid, Liebe, Herzschmerz, Abenteuer und Freundschaft. Das Buch ist kraftvoll und zugleich niederschmetternd, was es schwer macht, es aus der Hand zulegen.

Die 3 erzählen sehr gefühlvoll, anschaulich und vor allem schonungslos ehrlich von ihren Einsätzen in Kambodscha, Somalia, Haiti, Bosnien, Ruanda und Liberia. Die UN-Missionen verkörperten alles, woran sie glaubten und doch wurden ihre Vorstellungen und fast naiven Ideale durch die harte Realität zerschmettert.

Dabei unterteilen sich die Geschichten in ihrer Intensität in die Kategorien des Terrorwarnsystems:

# Alpha: Entspannte Situation                              (Einführung)

# Bravo: Vorsicht ist geboten                               (Kambodscha 1993)

# Charlie: Erhebliche Gefahr                                (Somalia & Haiti 1993)

# Delta: Unmittelbare Gefahr (Ausgangssperre)     (Bosnien, Ruanda, Haiti 1994- 1996)

# Echo: Sofortige Evakuierung (Lebensgefahr)       (Bosnien, Haiti, Liberia 1996- 1998)

# Normal: Entwarnung                                        (Ende)

#Fazit

Leider ist das Buch bisher nur auf englisch erschienen, aber dennoch sehr empfehlenswert! Es ist zum einen lustig, auf der anderen Seite aber auch schonungslos brutal, was es echt und aufrichtig wirken lässt. Ein brillantes und spannendes Buch!

„Es gibt ja auch andere Bücher über die Völkermorde – nur leider werden die von viel zu wenigen gelesen. (…) Aber wir hatten zwei Entscheidungen getroffen. Erstens: die Wahrheit zu schreiben. Und dazu gehörte eben auch, nicht auszusparen, wie wir uns nach der Arbeit das Hirn rausvögelten und uns um den Verstand tranken, um zwischen den Maschinengewehrsalven und Explosionen nicht verrückt zu werden. Zweitens: so viele Menschen zu erreichen wie möglich. Das Buch hätte viel weniger Leser, wenn wir nicht auch Privates erzählen würden.“ – Kenneth Cain2

 

Cain, Postlewaite, H. & K.,Thompson, A. (2002) Emergency Sex (And Other Desperate Measures): True Stories from a War Zone. Ebury Press: Great Britain

Eine Leseprobe findet ihr hier: http://amzn.to/1ATFmAp

1 Thomson in Emergency Sex (2004) S. 253

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