#Ge·no·zid·blogger e.V.
25 Jan 2016

#Graphic-Novel „Irmina“ von Barbara Yelin

Der Comic „Irmina“ handelt im Gegensatz zu Maus“ nicht von den Opfern der NS-Zeit, sondern von den Mittätern.

Irmina

#Handlung

Mitte der 1930’er Jahre reist Irmina nach London. Dort beginnt sie eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin und träumt von einem guten und selbstbestimmten Leben. Genauso wie Howard, ein Darkie und Stipendiat am Herford College in Oxford. Die beiden lernen sich auf einer Party in London kennen und verstehen sich sofort. Beide verbindet der Traum von einem unabhängigen Leben und so verlieben sie sich ineinander. Die Romanze findet jedoch ein jähes Ende, als Irmina, bedrängt durch die politische Situation in Deutschland, ihre Ausbildung abbrechen und in ihr Heimatland zurückkehren muss. Zu Hause in Deutschland kann man die schleichende Verwandlung von Irmina der Feministin zu Irmina der Nationalsozialisten beobachten. Sie beginnt im Kriegsministerium zu arbeiten, heiratet einen Nazi und stellt sich blind und taub für die Deportationen und Verbrechen des Nazi-Regimes. Irmina bezeichnet dabei das Bild einer „ganz normalen Deutschen“ im Dritten Reich: als treue Mitläuferin.

Irmina 2

#Fazit

Während des Lesens stellt man sich immer wieder die Fragen: An welcher Stelle hat sich Irmina falsch entschieden? Was wurde aus der jungen selbstbestimmten Frau? Wie konnte die weltoffene Irmina zum Nazi werden? Und vor allem fragt man sich: Wie hätte ich gehandelt? Hätte ich auch nur zugesehen? Darf ich mir überhaupt ein Urteil erlauben?

Die Künstlerin verfolgt zeichnerisch ausdrucksvoll und erzählerisch feinfühlig das Schicksal einer jungen Frauen während der Nazi-Zeit. Barbara Yelin zeichnete mit „Irmina“ einen zutiefst menschlichen Comic, der nichts beschönigt.

Irmina 3

Der Comic kann bei der Bundeszentrale für Politische Bildung für nur 7,00 € bestellt werden.

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