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20 Jul 2015

# „Flucht aus Lager 14: Die Geschichte des Shin Dong-hyuk, der im nordkoreanischen Gulag geboren wurde und entkam“ von Blain Harden

Shin Dong-hyukFoto: United States Mission Geneva/www.flickr.com/Creative Commons

#Inhalt

Das Buch „Flucht aus Lager 14“ handelt von der wahren Geschichte des Shin Dong-hyuk, der mit 23 Jahren aus dem Lager 14 in Nordkorea fliehen konnte. Shin wird 1982 im Arbeitslager geboren, seine Eltern waren zwei politische Gefangene, die wegen guter Führung im Lager heiraten durften. Der Alltag der Insassen bestand aus Grausamkeit, Prügel, Folter, Vergewaltigungen, Zwangsarbeit und Hunger. Shin aß Ratten, Mäuse und Ungeziefer um zu überleben. Manchmal durchsuchte er sogar Kuhfladen nach unverdauten Getreideresten.

Shins‘ Schicksal war es sein Leben lang in diesem Lager zu verbringen und dort zu sterben. Niemand wird aus diesen Gulags frei gelassen, die „Schuld“ der Eltern wir über Generationen vererbt. Eines Tages jedoch erfährt er, dass seine Mutter und Bruder aus dem Lager fliehen wollen und verrät sie aus Neid, Enttäuschung und Angst an die Aufseher. Die Mutter und der Bruder werden daraufhin umgebracht und Shin inhaftiert. Er wird gezwungen der Hinrichtung beizuwohnen und wird wochenlang gefoltert.

Während seiner Inhaftierung freundet er sich mit dem etwas älteren Park Yong Chul an, welcher das Leben außerhalb des Gulags und Nordkoreas kennt. Zusammen fangen sie an von der Freiheit zu träumen und beginnen ihre eigene Flucht zu planen. Im Januar 2005 gelang Shin die Flucht aus dem Lager, indem er über die Leiche seines Freundes Park durch den Hochspannungszaun kletterte. Shin zieht sich durch die Stromschläge schwere Verbrennungen zu, kämpft sich dennoch bis China durch.

2006 gelangt er letztendlich zur südkoreanischen Botschaft in China, wo er die Staatsbürgerschaft erhält und nach Südkorea ausgeflogen wird. Obwohl er dort eine Unterkunft, Ärzte und ein Ausbildungsplatz gestellt bekommt, so wird in dem Buch doch deutlich, dass Shin nur physisch frei ist. Psychisch wird er für immer gefangen bleiben.

NordkoreaFoto: www.pixabay.com/Creative Commons

#Kritik

Inzwischen wird Kritik an Shin Dong-hyuk und dem Buch laut, da wohl einige Schlüsselfakten nicht ganz der Wahrheit entsprechen. So wurde er mit 6 Jahren in das Lager 18 verlegt, in welchem es angeblich etwas sittlicher zugehen soll. Er wurde erst nach seinem zweitem Fluchtversuch aus Lager 18 zurück ins Lager 14 verlegt. Desweiteren wurde er wohl nicht als 13-jähriger wegen den Fluchtplänen seiner Mutter gefoltert, sondern mit ca. 20 Jahren auf Grund seiner zwei eigenen Fluchtversuche.

Trotz dieser Unstimmigkeiten sollte man doch im Kopf behalten, dass seine Narben und die Geschichten anderer Flüchtlinge sich miteinander decken. Das auslassen bzw. verdrehen von ein paar Umständen ändern nicht das schreckliche Bild, dass das Buch von Nordkorea und seinen Arbeitslagern zeichnet. Das Buch ist wirklich lesenswert, wenn man etwas über dieses abgeschottete Land und seine Menschenrechtslage erfahren möchte.

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