#Ge·no·zid·blogger e.V.
21 Mrz 2016

# Der Tod ist mein Beruf (La mort est mon métier) von Robert Merle

Das Buch „Der Tod ist mein Beruf“ von Robert Merle erschien 1957 erstmals in Deutschland und beschreibt das fiktionalisierte Leben des Nationalsozialisten Rudolf Höß, der als Lagerkommandant von Auschwitz für den Tod von ca. 1,5 Millionen Menschen verantwortlich ist.

Der Tod ist mein Beruf

#Inhalt

Der Protagonist des Buches, Rudolf Lang, erzählt seine eigene Geschichte aus der Ich-Perspektive und zeichnet somit ein beunruhigendes Bild eines Menschen ohne Einfühlungsvermögen. Es ist die Begegnung mit einem Massenmörder.

Wie anfangs erwähnt, basiert das Buch auf dem Leben von Rudolf Höß, der 1947 im Zuge der Nürnberger Prozesse zum Tode verurteilt und gehängt wurde. Auf der Grundlage von verschiedenen Gerichtsaussagen, psychologischen Gutachten und selbstverfasster Notizen von Höß, schrieb Merle in einer Charakterstudie die verstörende Geschichte eines Massenmörders. Verstörend vor allen Dingen, weil Höß kein Psychopath mit Hang zu Brutalität und Sadismus war, sondern ein äußerst geduldiger, sachlicher, leidenschaftsloser und zutiefst gestörter Mensch mit einem ausgeprägtem Obrigkeitsgehorsam.

„Alles, was Rudolf Lang tat, tat er nicht aus Grausamkeit, sondern im Namen des kategorischen Imperativs, aus Treue zum Führer, aus Respekt vor dem Staat. Mit einem Wort, als ein Mann der Pflicht: und gerade darin ist er ein Ungeheuer.“ – Robert Merle, Autor

#Fazit

„Der Tod ist mein Beruf“ ist eine bedrückende und schwierige Lektüre, die einem an der Menschheit zweifeln lässt. Auch wenn einem das denken und handeln des Protagonisten zuwider und unverständlich ist, so sollte man doch bedenken, dass es sich hierbei um eine reale Person handelte und der Holocaust grausame Wirklichkeit wurde. Für jeden, der sich fragt warum Menschen zu Massenmörder werden ist dieses Buch absolut lesenswert.

Kommentare sind geschlossen.

FacebooktwitterInstagram