#Ge·no·zid·blogger e.V.
9 Nov 2015

#Anne Frank – Die letzten sieben Monate: Augenzeuginnen berichten

von Willy Lindwer

In dem Buch „Anne Frank: Die letzten sieben Monate“ kommen 6 jüdische Frauen zu Wort. Hannah E. Pick-Goslar, Janny Brandes-Brilleslijper, Rachel van Amerongen-Frankfoorder, Bloeme Evers-Emden, Lenie de Jong-van Narden und Ronnie Goldstein-van Cleef haben alle den Holocaust überlebt und eine Verbindung zur Familie Frank.

Anne Frank

Man erfährt, dass Anne nach der Festnahme im August 1944 zuerst ins Straflager nach Westerbork kam und von dort aus mit dem letzten Transport ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde. Nach ein paar Monaten wurde sie in das Konzentrationslager nach Bergen-Belsen gebracht, wo sie zusammen mit Ihrer Schwester Margot an Typhus starb.

„Anne war auch krank und hat sich aufrecht gehalten, bis Margot starb, erst dann hat sie sich aufgegeben, wie so viele.“ – Janny Brandes-Brilleslijper, S. 102

Anne litt, genauso wie alle Gefangenen, unter den schlechten hygienischen Bedingungen, der Zwangsarbeit, dem Hunger und allgemeinen Grausamkeit der Nazis.

„Die Nazis haben versucht, alle Länder und Völker gegeneinander aufzuhetzen und ihnen die Würde zu rauben, das beste, was ein Mensch besitzt.“ – Janny Brandes-Brilleslijper, S. 84

Sehr viel erfährt man leider nicht von Anne Frank, waren doch alle Frauen verständlicherweise mit sich selbst beschäftigt. Aber es sind Zeugenberichte direkt aus der Hölle. Die Frauen schildern von ihrem Leben vor und während des Krieges, dem Widerstand, der Flucht und dem Überlebenskampf im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Man erfährt aus erster Hand wie schrecklich es in den KZ’s zugegangen ist und wie die Nazis die Menschen gequält, getötet und entmenschlicht haben. Schon alleine deswegen sollte jeder dieses Buch gelesen haben, damit so etwas nie wieder passieren kann.

„Nochmals, ich habe dies nur erzählt, weil ich vielen Menschen klarmachen will, daß alle Diskriminierung, egal welcher Art, von Übel ist und daß die Welt daran kaputtgehen kann. Wirklich, buchstäblich kaputtgehen. Die Diskriminierung eines Menschen wegen seiner Hautfarbe oder seiner Ohren oder seiner Haare oder Gottweißwas, daran können wir alle sterben.“ – Janny Brandes-Brilleslijper, S. 114

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