#Ge·no·zid·blogger e.V.
26 Sep 2016

Text: Corinna

# Der Mann, der ins KZ einbrach von Denis Avey und Rob Broomby

In „Der Mann, der ins KZ einbrach“ erzählt der 93-jährige britische Ex-Soldat Denis Avey über seine Erlebnisse während dem 2. Weltkrieg und seiner Kriegsgefangenschaft in Auschwitz.

Der Mann, der ins KZ einbrach

Im ersten Teil des Buches erfährt der Leser wie Denis Avey zur Armee gekommen ist, wie er in der Wüste Nordafrikas gegen die deutschen und italienischen Truppen kämpfte und wie er schlussendlich in Kriegsgefangenschaft geriet.

#Auschwitz

Der zweite Teil seiner Erzählungen konzentriert sich auf die schreckliche Zeit als britischer Kriegsgefangener im Konzentrationslager Auschwitz. Trotz internationalem Schutz durch die Genfer Konvention  erging es ihm und seinen Kameraden nur unwesentlich besser als seinen jüdischen Mitgefangenen. Auch Avey wurde zur Arbeit in den Buna-Werken von Auschwitz-Monowitz gezwungen, erhielt aber eine etwas bessere Verpflegung und Behandlung. Die Juden hingegen wurden wegen den kleinsten Vergehen totgeschlagen oder brachen einfach tot zusammen.

„Ich war von vielen Verzweifelten umgeben. Ihnen war alles geraubt worden. Man hatte ihnen Ehefrauen, Kinder, Eltern und Großeltern genommen, die schon bei der Ankunft ermordet worden waren. Wer verschont blieb, wurde ausgebeutet, durch Arbeit zerbrochen und zu Tode geschunden. Diese Menschen wussten, dass ihre Angehörigen vergast und anschließen verbrannt worden waren. Am Ende würden Verzweiflung, Krankheit, Auszehrung oder Prügel auch sie umbringen.“

Wer sich jetzt fragt, warum der Titel des Buchs „Der Mann, der ins KZ einbrach“ heißt, obwohl Avey als Kriegsgefangener im Lager war, muss wissen, dass die Kriegsgefangenen in einem Extralager interniert wurden. Avey wollte jedoch mit eigenen Augen sehen und spüren, was es hieß ein jüdischer Gefangener zu sein, um später einmal als Augenzeuge von den Grausamkeiten in Auschwitz erzählen zu können.

„[…], aber vor allem hatte ich die Zustände mit eigenen Augen gesehen, und nur das zählte für mich. Hörensagen hatte keinen Wert. Wir wussten nicht, was aus diesen Lagern wurde oder wer am Ende des Krieges noch am Leben war, um zu berichten, dass dieses Verbrechen tatsächlich begangen wurde.“

Aus diesem Zweck tauschte er mit einem jüdischen Häftling seine Kleidung und damit auch seinen internationalen Schutz und relative Sicherheit ein. Nun, als Jude getarnt, gelang er in das Lager Auschwitz III und musste an den stundenlangen Appellen teilnehmen und in den völlig überfüllten Baracken schlafen. Nach nur kurzer Zeit tauscht er seinen Platz im Lager wieder ein.

„Der Tod hatte einen Geruch, den ich nun zum ersten Mal wahrnahm. Ich kann ihn nicht beschreiben, aber hing in diesen Baracken in der Luft, feucht, düster und abscheulich.“

Der letzte Teil des Buches handelt von der Befreiung von Auschwitz, den Todesmärschen Richtung Westen, Aveys‘ erfolgreichen Flucht zurück nach England und dem Fluch der Nachkriegsjahre.

#Fazit

Das Buch ist eine Lebenserinnerung, ein Augenzeugenbericht und eine Mahnung an die Gesellschaft, was passiert, wenn sich Rassismus und Intoleranz ausbreitet. Völker- und Massenmord sind leider keine Ereignisse die der Vergangenheit angehören. Wir dürfen nicht vergessen, darum sind solche Bücher wie „Der Mann, der ins KZ einbrach“ auch so unglaublich wichtig.

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