#Ge·no·zid·blogger e.V.
30 Jan 2017

Text: Corinna

#Kolonialmacht trifft auf Ureinwohner

Die erste Flotte britischer Strafgefangener erreichte im Januar 1788 unter König Georg III. den australischen Kontinent. Die Briten bezeichneten Australien als „Terra Nullius“ (Niemandsland) und erhoben Anspruch darauf. Jedoch stellte sich schon bald heraus, dass der Kontinent gar nicht unbewohnt war – vor über 60.000 Jahren besiedelten die ersten Menschen den Norden Australiens. Bis zur britischen Invasion im 18. Jh. hatten sich bis zu 500 Aborigines-Stämme mit insgesamt bis zu 750.000 Mitgliedern gebildet. Jeder dieser Stämme hatte seine eigene Sprache und Traditionen.[1]

Foto: CC-Lizenz Wikimedia

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22 Jan 2017

Text: Corinna

#Deutsch-Südwestafrika

1883 kaufte der Handelsmann Adolf Lüderitz Land in Angra Pequena, welches 1884 unter deutschen Schutz gestellt wurde. Die Kolonie Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia, entstand.

Deutsch-Südwestafrika                   Foto: „Deutsch-Sudwestafrika“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

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16 Jan 2017

Text: Corinna in Kooperation mit Survival International

#Kultureller Völkermord

Das wissenschaftliche Verständnis von Völkermord beruht zumeist auf dem Holocaust-Modell: Massenmord, Konzentrationslager sowie die sofortige und gewaltsame Zerstörung der Opfergruppe. Doch es gibt auch eine Art von Völkermord, die über Jahrzehnte oder sogar Generationen andauert. Die Rede ist von kulturellem Völkermord. Hierbei werden die Opfer ganz langsam und scheinbar unmerklich ausgelöscht, indem ihre Lebensgrundlage zerstört, die Ausübung ihrer Kultur, Sprache und Religion verboten wird und indem sie der Möglichkeit beraubt werden, sich selbst zu ernähren und zu verwalten.1

Foto: Survival International / verhungernde Aché-Indigene, kurz nachdem sie gefangen genommen und aus dem Wald in das ‚Reservat‘ gebracht wurden, Paraguay 1972

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9 Jan 2017

­­Text: Corinna

#Situation coloniale

In der Wissenschaft, besonders im Bereich der „Genocide studies“, wird intensiv darüber diskutiert, ob die Verbrechen, die im Zuge des Kolonialismus vor allem in Afrika begangen wurden, unter den Begriff des Völkermords fallen. Gezeichnet wurde die „Situation coloniale“ vor allem durch Massaker, Deportationen, Unterdrückung, Zwangsarbeit, Zerstörung des Bodens, der Lebensgrundlage und kultureller sowie sozialer Einrichtungen indigener Völker Afrikas. Die gewaltsamen Verbrechen an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika sowie an den Aborigines in Australien und den Ureinwohnern in Nordamerika werden zumeist als Völkermord eingestuft.[1]

Bild: creative commons https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/43/Africa1898.png

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4 Okt 2016

Text: Corinna

#Homosexuelle und die Nazis

Obwohl in der Weimarer Republik homosexuelle Handlungen unter Strafe standen, florierte die homosexuelle Szene in Deutschland. Die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben stieg, Vereine wurden gegründet, Bars und Clubs eröffnet und Magazine herausgebracht. Die Nazis fanden das dekadent, daher sahen sie sich dazu verpflichtet, das Laster der Homosexualität auszumerzen. Mit der Machtübernahme 1933 begannen sie mit der Verfolgung homosexueller Männer. Hunderte wurden ins Konzentrationslager geschickt, Vereine und Verbände wurden aufgelöst, die Bars und Clubs geschlossen, jegliche schwule Publikationen verboten und die Homosexuellen in den Untergrund gedrängt.

Homosexuelle im Dritten ReichFoto: Ludovic Bertron/www.flickr.com/Creative Commons

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19 Sep 2016

Text: Corinna

#lebensunwertes Leben

Schon in der Weimarer Republik gab es die Forderung zur Einführung erbbiologischer Personenbögen, die Asylierung von Epileptikern, psychisch Kranker und Krimineller sowie die Sterilisation von „minderwertigem Leben“. Im Dritten Reich wurden Kranke und Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung dann endgültig als „Parasiten am Volkskörper“ angesehen und als „lebensunwertes Leben“ abgestempelt. Unter dem Gesichtspunkt der „Rassenhygiene“ sollten Menschen mit diversen Krankheiten und fehlender sozialer Anpassungsfähigkeit ausgemerzt werden. Die NS-Rassenlehre stützte sich dabei auf den Sozialdarwinismus, welcher sich von Darwins Evolutionstheorie „Survival of the fittest“ – das Überleben der am besten angepassten Individuen – ableitete. Durch die Vernichtung lebensunwerten Lebens wollten die Nazis den natürlichen Ausleseprozess beschleunigen und somit das wahre Herrenvolk mit reiner und gesunder Erbsubstanz hervorbringen.

Behinderte JudenFoto: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6652471

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4 Sep 2016

Text: Corinna

#Diskriminierung und Verfolgung

Die Sinti und Roma, früher auch „Zigeuner“ genannt, haben ihre historisch-geografische Herkunft im indischen Raum und kamen zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert nach Europa, wo sie vorerst freundlich aufgenommen wurden. Die Menschen integrierten sich schnell und viele konvertierten zum Christentum. Ab den 16. Jahrhundert jedoch, begannen die Menschen die Sinti und Roma zu diskriminieren, zu verfolgen, zu enteignen und zu vertreiben. Noch heute wird dieser Minderheit viel Misstrauen und Vorurteile entgegengebracht.

Auch die Nazis machten sich den Grundhass gegen diese Gruppe zu Nutze und verfolgte die Sinti und Roma aus rassistischen Gründen, denn sie gehörten für die sie zu den „Untermenschen“.

Denkmal der ermordeten Sinti & Roma, BerlinDenkmal zur Erinnerung der ermordeten Sinti & Roma, Berlin

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15 Aug 2016

Text: Corinna

#Die Vernichtung der europäischen Juden 1941 – 1945

Teil 1 findet ihr hier

#Die Judenvernichtung in…

#Polen

In Polen lebten 1939 so viele Juden wie in keinem anderen europäischen Staat – rund 3,3 Millionen. Alle Juden, die im deutschen Besatzungsgebiet lebten, wurden in Ghettos interniert und später in verschiedene Konzentrationslager deportiert.

Das erste Vernichtungslager auf polnischem Boden errichteten die Nazis in Chelmno. Das Lager war von Anfang Dezember 1941 mit Unterbrechungen bis Januar 1945 in Betrieb. In Chelmno wurden hauptsächlich Juden aus dem Ghetto Lodz getötet. Mit nur drei Gaswagen wurden zirka 300.000 Juden sowie 5.000 Sinti und Roma ermordet.

Krematorium AuschwitzFoto:  Krematorium Auschwitz von Jorge Láscar/www.flickr.com/Creative Commons

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8 Aug 2016

Text: Corinna

#Die Vernichtung der europäischen Juden 1941 – 1945

#Judenproblem

Die Vernichtung von sechs Millionen west- und osteuropäischen Juden war ein stetig verlaufender Prozess während des Zweiten Weltkriegs. Einen schriftlichen Vernichtungsbefehl von Adolf Hitler hat es wahrscheinlich nie gegeben, zumindest wurde bis heute keiner gefunden. Vielmehr fiel die Entscheidung zum Massenmord eher schrittweise.

27784990813_1378f8934e_zFoto:  Auschwitz von Rodrigo Paredes/www.flickr.com/Creative Commons

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24 Jul 2016

Text: Corinna

#Ghetto Theresienstadt

Im März 1939 erklärte Adolf Hitler das Gebiet der Rest-Tschechei zum Reichsprotektorat Böhmen und Mähren als Bestandteil des Großdeutschen Reichs. Zur Lösung der Judenfrage funktionierten die Nazis im November 1941 die Garnisonstadt Theresienstadt zu einem Sammel- und Durchgangslager um. Dieses Lager sollte vor allem vier Funktionen erfüllen:

# Gestapo-Gefängnis (Kleine Festung)

# Sammel- und Durchgangslager (Große Festung)

# Judenvernichtung

# Vorzeigelager für die NS-Propaganda

Theresienstadt

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