#Ge·no·zid·blogger e.V.
27 Jun 2016

Text: Corinna

# Der große Diktator von Charlie Chaplin

„Der große Diktator“ von Charlie Chaplin ist eine Satire auf Adolf Hitler und den deutschen Nationalsozialismus. Der Film hatte seine Uraufführung im Oktober 1940 – seit einem Jahr herrschte Krieg und Juden wurden massiv verfolgt, aber ihre systematische Tötung hatte noch nicht begonnen.

Der große DiktatorFoto: creative commons

„Was das Komische an Hitler betrifft, möchte ich nur sagen, dass es, wenn wir nicht ab und zu über Hitler lachen können, noch viel schlechter um uns bestellt ist als wir glauben. Es ist gesund zu lachen, auch über die dunkelsten Dinge des Lebens, sogar über den Tod. (…) Lachen ist ein Stärkungsmittel, Lachen erleichtert; Lachen ist eine Atempause, die es ermöglicht, den Schmerz auszuhalten.“ – Charlie Chaplin; New York Times, 1940

#Der Film

Der Diktator Anton Hynkel (Adolf Hitler), Herrscher von Tomanien, träumt von der Weltherrschaft und der kompletten Auslöschung seiner Feinde: den Juden.

Er steckt alle Juden und Andersdenkende in Ghettos und lässt diese von seinen Sturmtruppen terrorisieren. Als diese gerade einen jüdischen Friseur lynchen wollen, erkennt der Kommandeur Schultz in ihm seinen Lebensretter aus dem 1. Weltkrieg. Nun rettet er ihm im Gegenzug das Leben und sorgt dafür, dass das Ghetto vom Terror der Sturmtruppen verschont wird. Etwas später jedoch fällt Schultz in Hynkels’ Ungnade und flieht ins Ghetto zu seinem jüdischen Freund.

Dort stiften die jüdischen Bewohner unter Schultz’ Einfluss ein Attentat auf Hynkel, doch letztendlich ist niemand dazu bereit zum Selbstmordattentäter zu werden. Gleichzeitig werden sie von Hannah, der Freundin des Barbiers, daran erinnert, dass Freiheit nicht durch Mord und Zerstörung erreicht werden kann. Schließlich werden der Friseur und Schultz bei einer Razzia entdeckt und in ein Konzentrationslager in der Nähe von Osterlitsch gebracht, doch den beiden gelingt es in den Uniformen der Sturmtruppe zu fliehen.

Auf der Flucht kommt es dann zu einer fatalen Verwechslung, da der jüdische Friseur dem Diktator Hynkel zum verwechseln Ähnlich sieht. Hynkel, wird für den geflohenen Friseur gehalten und ins KZ zurückgebracht. Schultz und der Barbier geraten derweil in eine militärische Einheit, die auf den Befehl zum Einmarsch in Osterlich wartet. Um nicht aufzufallen, gibt der Friseur den Marschbefehl und begleitet die Truppen. Anschließend soll er eine Rede halten und nutzt die Chance um über Frieden, Nächstenliebe und Menschlichkeit zu reden.

„Es tut mir leid, aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen wo immer ich kann; den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des Anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher. (…)“ – Auszug aus der Rede

#Fazit

„Der große Diktator“ ist eine einzigartige Persiflage des Größenwahns und der Gier.

Der Film bewegt sich zwischen Komödie, Parodie und derber Kritik an Hitler. Man könnte Chaplin vorwerfen, durch die Komödie den Holocaust zu verharmlosen und lächerlich zu machen, aber zur Zeit der Produktion war das volle Ausmaß der Judenvernichtung nicht vorstellbar. Später schrieb Chaplin in seiner Autobiografie, dass er den Film niemals gedreht hätte, wenn er damals die Wahrheit über die deutschen Konzentrationslager gewusst hätte.

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