#Ge·no·zid·blogger e.V.
2 Mai 2016

# Son of Saul von László Nemes

In dem oscarprämierten Filmdebüt des ungarischen Filmregisseurs László Nemes erhält man einen grauenhaften Einblick in die Tötungsmaschinerie von Auschwitz.

SonOfSaulFoto: creative commons

In „Son of Saul“ wird die relativ einfache und doch kaum auszuhaltende Geschichte von Saul Ausländer (Géza Röhrig) erzählt. Der ungarische Jude ist Mitglied des Sonderkommandos in Auschwitz, welches unmenschliche Arbeiten für die Nazis ausführte. So mussten die Mitglieder des Sonderkommandos z.B. den Vernichtungsprozess am Laufen halten indem sie die Verdammten zu den Gaskammern führten, ihre Kleider und Habseligkeiten plünderten, die Leichen aus den Gaskammern in die Krematorien transportierten, verbrannten, die Knochen zermahlten und Asche verstreuten.

„Son of Saul“ erlaubt dem Zuschauer einen kurzen Einblick in Sauls‘ Leben als Handlanger des Todes. Eines Tages entdeckt der Protagonist einen bewusstlosen Jungen zwischen den Leichen in der Gaskammer – auf wundersame Weise hat der Junge überlebt, wird jedoch letztendlich von einem SS-Arzt erstickt. Saul bildet sich ein es handelt sich bei dem Jungen um seinen unehelichen Sohn und riskiert sein Leben um diesem Jungen ein jüdisches Begräbnis zu ermöglichen, inklusive Rabbi. Von nun an hat er nur noch eine Mission und kümmert sich nicht um die Konsequenzen seiner Handlung und versteckt sogar die Leiche inmitten seiner Baracke.

Während der Film voranschreitet wird der Zuschauer Zeuge des Grauens – und damit hat Nemes ein Gegenstück zu Schindler’s Liste erschaffen. Er erzählt nicht von der Rettung, sondern der Zerstörung von bis zu sechs Millionen Juden. Es gibt kein Happy End. Alles was man in „Son of Saul“ sieht, oder auch nicht sieht, ist nur schwer zu ertragen und geht in Mark und Bein.

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