#Ge·no·zid·blogger e.V.
5 Okt 2015

#Weltpolitik

Wir sind über 7 Milliarden Menschen auf dieser Erde, und fast 800 Millionen von ihnen haben weder genug Essen, noch ausreichend Trinken. Die natürlichen Ressourcen werden irgendwann aufgebraucht sein, der durch den Menschen herbeigeführte Klimawandel ist unabwendbar, Krieg und Terror sind fast zum Normalzustand geworden.

Kann Völkermord unter diesen Gesichtspunkten gerechtfertigt sein? Ist er sogar vonnöten? Vielleicht so ein ganz klein wenig?

Holocaust Denkmal Berlin       Foto: Daniel Kühne

Steht man auf der Seite der Täter, dann erscheint ein Massenmord immer gerechtfertigt und auch notwendig, schließlich stellen die „Anderen“ eine Gefahr da. Vielleicht ist der Genozid aber auch ein Racheakt für frühere Taten. Ist es dann nicht okay zurückzuschlagen? Haben es die Opfer nicht anders verdient, getreu dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“? Wo verläuft die Grenze der Verhältnismäßigkeit? Das Recht auf Selbstverteidigung darf nicht mit der Erlaubnis zum Mord verwechselt werden.

#Prinzip des maximalen Glücks

Was wäre, wenn die Alliierten das deutsche Volk nach dem ersten Weltkrieg komplett ausgelöscht hätten? Hätte der Holocaust dann niemals stattgefunden? Könnte der Krieg gegen den Terror beendet werden, indem alle Muslime umgebracht werden? Würde niemand mehr Hunger leiden, wenn wir ein paar Millionen Menschen in der dritten Welt umbringen? Würden nicht all diese Morde einem höheren Gut dienen?

Folgt man der Maxime „Das größte Glück der größten Zahl“ von Jeremy Bentham, dann ist eine Handlung immer richtig, wenn ihr Ergebnis besser ist als das aller anderen Handlungen. Demnach kann auch jedes Recht in Extremsituationen überschrieben werden, wenn das Ergebnis für viele Menschen positiv ausfällt. Das heißt, Völkermord gegen den Klimawandel oder Welthunger wäre vertretbar, denn dadurch wird das Überleben vieler Menschen gesichert. (Mehr zu dieser Argumentation hier)

Die Realität ist jedoch meist deutlich komplizierter und komplexer. Es ist schwierig, die Langzeitfolgen eines solchen Handelns zu bestimmen. Wo zieht man die Grenze? Wer darf Leben? Welche Gefahr ist groß genug, um einen Völkermord zu rechtfertigen? Niemand wäre mehr sicher.

Man müsste Mord, das schlimmste Verbrechen, das ein Mensch begehen kann, legitimieren. Das allein ist schon ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

KZ SachsenhausenFoto: Thomas Matthias

#Das Recht auf Leben

Schlussendlich kann die Auslöschung einer ganzen Bevölkerung niemals die Antwort sein. Es gibt absolut keine Situation, in der Völkermord gerechtfertigt wäre. Wir können nicht in die Zukunft schauen, wir wissen nicht, wohin uns unsere Entscheidungen und Taten führen. Erst die Geschichte lehrt uns unsere „Fehler“.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben. Menschenrechte wurden für Situationen wie diese geschaffen.

Gibt es einen Rechtfertigungsgrund für Völkermord? Nein.

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