#Ge·no·zid·blogger e.V.
14 Mrz 2016

#Klimawandel & Völkermord

Klimawandel und Völkermord scheinen auf den ersten Blick nichts gemeinsam zu haben, kombiniert man diese aber mit den Stichwörtern „Ressourcenknappheit“ und „Lebensraum“, fügt sich schon eher ein Bild zusammen. Folgt man den apokalyptischen Vorhersagen, dann wird die Erde in relativ kurzer Zeit unbewohnbar sein. Aber auch die etwas konservativeren Studien sagen voraus, dass Millionen Menschen von der Erderwärmung betroffen sein werden. Der Klimaschutz wird somit zu einer der größten Herausforderungen für die Menschheit – besonders in Bezug auf Völkermord.

KlimawandelFoto: Shever/www.flickr.com/Creative Commons

#Ressourcenknappheit

Die globale Erderwärmung ist verantwortlich für Unwetter, Umweltkatastrophen und Ressourcenknappheit. Sie treibt die Desertifikation voran und lässt den Meeresspiegel steigen, was wiederum die Küstenregionen unbewohnbar werden lässt. Und genau in diesen Küstenregionen leben zirka zwei bis drei Milliarden Menschen. Vor allem ärmere Staaten und die Länder im globalen Süden sind besonders vom Klimawandel betroffen und am verletzlichsten, denn ihnen fehlen oftmals Geld und Ressourcen um die neuen Herausforderungen zu bewältigen. Folglich wird es in Zukunft zu immer mehr Klimaflüchtlingen kommen und so zu einer realen oder auch nur eingebildeten Überbevölkerung in einigen Teilen der Erde. Auch der Vorrat an Öl und anderen fossilen Brennstoffen wird in nicht allzu ferner Zukunft erschöpft sein. Das alles kann zu einem Gefühl der Krise beitragen. Und immer dort, wo es zu Engpässen kommt, entstehen schnell Konflikte. Die Menschen bekommen Angst, Nahrungsmittel und Wasser könnten knapp werden oder einfach nur, dass sie ihren gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten können.

#Klimakonflikte

Der Klimawandel schafft einen Mangel an Ressourcen und lässt somit die Gewaltbereitschaft steigen. Klimakonflikte sind schon heute Realität. So lassen sich der Völkermord im Sudan und der Bürgerkrieg in Syrien zum Teil auf Ressourcenknappheit zurückführen.

Betrachtet man unsere Geschichte, so wird klar, dass viele Kriege und Genozide um die Ressource Land geführt wurden. Viele Staaten errichteten Kolonien in Amerika, Australien, Asien und Afrika um Territorium zu erobern. Auch Hitler verfolgte während des Zweiten Weltkriegs einen Kampf um Lebensraum, um das Überleben der deutschen Rasse zu sichern. Andere Täter wiederherum wollten ihr Land zwar nicht vergrößern, aber reinigen, so wie z.B. das Osmanische Reich (Armenien, Assyrer & Pontos-Griechen), Ruanda und Bosnien.

Klimawandel 2Foto: crustmania/www.flickr.com/Creative Commons

Schon heute kaufen und pachten viele Länder fruchtbares Land in anderen Staaten. Was heute noch zivilisiert von statten geht und durch Geld und Verträge geregelt wird, kann unter dem Eindruck von Mangel, Angst und Not schnell zu gewalttätigen Konflikten umschlagen. Denn Land-, Wasser-, Nahrungsmittel- und Energieressourcen werden immer weniger, doch die Bevölkerung der Erde wächst stetig an. Unter diesen Umständen könnte Völkermord vielen als logische Lösung erscheinen, denn ein Genozid ist kein Verbrechen ohne Motiv; er wird nicht nur von ideologisch verblendeten Psychopathen begangen. Einem Völkermord liegt zumeist ein tieferer Konflikt zugrunde, welcher zu Polarisierung, Klassifizierung und Entmenschlichung führt. Das Töten von tausenden von Menschen, vor allem von traditionellen Feinden und Konkurrenten, erscheint den Tätern als einzig logische Lösung für die Krise und sichert das eigene Überleben.

#Klimaschutz = Völkermordprävention

Der Klimawandel hat somit nicht nur Einfluss auf das Wetter und die Umwelt, sondern auch auf unsere Lebensbedingungen und Gewaltbereitschaft. Nachhaltige Prävention ist hier das Stichwort. Um Völkermord zu verhindern, darf man sich konsequenterweise nicht nur auf die ideologischen Komponenten eines Völkermords konzentrieren, sondern muss den unterschwelligen Konflikt ausfindig machen und dort mit der Problemlösung ansetzen.

In diesem Fall heißt es konkret, wenn man sich für den Klima- und Umweltschutz engagiert, trägt man aktiv zur Völkermordprävention bei.

Klimawandel 3Foto: Neil Taylor/www.flickr.com/Creative Commons

 

Quellen und weiterführende Artikel:

Greenpeace „Klimawandel – Treibhaus Erde“ Abrufbar unter: https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel (Stand 26.02.16)

Lighthouse Foundation – Stiftung für die Meere und Ozeane „Brennpunkt Küstenzone“ Abrufbar unter: http://www.lighthouse-foundation.org/index.php?id=166 (Stand 26.02.16)

Reuveny, R. (2007) „Climate change-induced migration and violent conflict“ in Political Geography, Vol. 26, No. 6, S. 656-673.

Zimmerer, J. (2014) “Climate change, environmental violence and genocide.” in The International Journal of Human Rights, Vol. 18, No.3, S. 265-280. Abrufbar unter: http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/13642987.2014.914701 (Stand 26.02.16)

Zimmerer, J. (2007) “From the Editors: Environmental genocide? Climate change, mass violence and the question of ideology.” in Journal of Genocide Research, Vol. 9, No.3, S. 349-351. Abrufbar unter: http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14623520701559457 (Stand 26.02.16)

 

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