#Ge·no·zid·blogger e.V.
14 Nov 2016

Text: Corinna

#Mord unter Zeugen (Shooting Dogs) von Michael Caton-Jones

Das Drama „Mord unter Zeugen“ oder besser bekannt unter „Shooting Dogs“ ist ein deutsch-britischer Spielfilm aus dem Jahr 2005. Der Film geht auf den Völkermord in Ruanda ein und thematisiert dabei insbesondere das Versagen der Vereinten Nationen.

Mord unter ZeugenFoto: creative commons

#Inhalt

Ruanda April 1994, zwischen den Hutu und Tutsi bricht einer der tödlichsten Völkermorde der Geschichte aus. In nur 100 Tagen werden bis zu 800.000 Menschen mit Macheten niedergemetzelt. Mittendrinn und zum zuschauen verdonnert sind tausende Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen.

Als die ersten Massaker ausbrechen fliehen bis zu 2.500 Tutsi in die Missionsschule „Salesianer Don Boscos“, die belgischen UN-Soldaten der UNAMIR-Mission als Basis diente. Der britische Lehrer Joe Connor (Hugh Dancy) und Pater Christopher (John Hurt) versuchen sich um die Flüchtlinge zu kümmern und diese zu beruhigen, aber währenddessen versammeln sich tausende von mordlüsternen Hutus vor dem Gelände der Schule. Nur die Anwesenheit der belgischen Soldaten hemmt die Hutu die Schule anzugreifen – doch auch dieses Blatt soll sich bald wenden.

Als die Angst vieler Schutzsuchenden übermächtig wird, versuchen einige Tutsis aus der eingekesselten Schule zu fliehen und werden brutal vor den Augen der UN-Soldaten und den verbliebenen Flüchtlingen umgebracht. Kurz darauf vergehen sich streunende Hunde an den Leichen. Um einen Ausbruch von Seuchen zu vermeiden lässt der belgische Kommandant Charles Delon (Dominique Horwitz) diese Hunde erschiessen. Daher auch der Originalname des Films „Shooting Dogs“ als zynische Breitseite gegen das Versagen der Vereinten Nationen.

Kurze Zeit später erreichen zwei LKWs mit französischen Soldaten die Schule – jedoch nicht um zu helfen, sondern um alle Europäer und Amerikaner zu evakuieren. Auch die belgischen Blauhelmsoldaten werden abgezogen und die Hutu-Milizen können nun ungehindert die Schule stürmen und ein blutiges Massaker veranstalten.

#Fazit

„Mord unter Zeugen“ ist ein Film voller drastischer Bilder, die einen noch mehr bewegen als die eines Horrorfilms, da der Film auf historischen Tatsachen basiert. Die Figuren sind zwar fiktiv, aber die Fakten real. Zuerst beginnt der Film etwas blumig und einige Kritiker werfen ihm vor die kaum vorstellbare Brutalität des Völkermords nicht drastisch genug einzufangen. Ich hingegen finde, dass „Shooting Dogs“ den Zuschauer die Kehle zuschnürt und zutiefst berührt – genau richtig um die Botschaft des Films „Never again!“ zu vermitteln.

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